Geschichte des Klosters
Unter Papst Urban II. (1088 -1099) gibt es erstmals in offiziellen Texten einen direkten Hinweis auf die “regula sancti Augustini“ (Augustinusregel), die aus dem 4./5. Jahrhundert stammt. Generell kann man seit dem Anfang des 12. Jahrhunderts von Augustiner Chorherren sprechen.
Das Augustiner Chorherrenstift Neustift wurde im Jahre 1142 vom Brixner Bischof, dem seligen Hartmann, an der Schnittstelle zweier wichtiger Verkehrs- u. Pilgerwege – der Brennerroute und dem Pustertal – gegründet.
Zu den Hauptaufgaben der Augustiner Chorherren gehören die Pflege der feierlichen Liturgie, das gemeinsame Chorgebet und vor allem die Tätigkeit in der Pfarrseelsorge. Heute sind die Augustiner Chorherren von Neustift in 22 Pfarreien als Seelsorger tätig. Das Stift war von Anfang an auch ein Ort, an dem Pilger auf der Reise nach Rom oder ins Heilige Land einkehrten und im Hospiz Rast machten. Zugleich entwickelte sich das Kloster zu einem wichtigen Zentrum im geistigen Leben Europas: mit ihrer Klosterschule und dem Interesse für Wissenschaft und Kunst wurden die Chorherren bedeutende Träger für das kulturelle Leben. Davon zeugen heute noch die sehr umfangreiche Stiftsbibliothek und die weitläufige Bildungstätigkeit im Schülerheim und im Bildungshaus.
Die Klosteranlage gilt als die größte von ganz Tirol und ist sehr gut erhalten. Ein Besuch derselben ist wie ein Spaziergang durch die wichtigsten Epochen der Kunstgeschichte. Romanik, Gotik, Renaissance, Barock und Rokoko, alle haben ihre Zeichen hinterlassen.
Eine fachkundige Führung durch Stiftskirche, Kreuzgang, Pinakothek und Bibliothek gibt Einblick in die spannende und bewegte Geschichte dieses Klosters.
Ein Besuch des erst kürzlich restaurierten Stiftsgartens gilt als Geheimtipp.
Wirtschaftlich war und ist das Stift dank seiner Güter weitgehend selbstständig. Wälder, Wiesen, Obstgärten und Weinberge gehören ebenso dazu wie ein E-Werk und die Stiftskellerei. Die verschiedenen hauseigenen Produkte können im Stiftskeller verkostet und im Klosterladen erworben werden.